im folgenden der Text der Rede zur Vernissage..:
Liebe Gäste, liebe Mitglieder des Kunstvereins, liebe Frau Sommer, liebe Eltern , Schülerinnen und Schüler –
bevor Sie heute Abend die Werke sehen, die unsere 12. Klasse erarbeitet hat, möchte ich mit einem Gedanken von Gerhard Richter beginnen: *„Ich glaube, das Dunkle ist genauso wichtig wie das Helle. Ich habe immer die Dunkelheit gemalt, um das Helle sichtbar zu machen.“*
Dieser Gedanke könnte über unserer gesamten Ausstellung stehen. Denn sie zeigt die Gegensätze: zwischen Licht und Schatten, Zerbrochen und Erhalten, Vordergrund und Hintergrund, Fantasie und Realität.
Dieses Ringen zwischen den Gegensätzen macht unsere Ausstellung so interessant. Wenn Sie durch die Ausstellung schreiten, werden Sie auf verschiedene Techniken stoßen – auch diese stehen untereinander im Kontrast. So finden Sie surreale Collagen mit bunten Elementen, gerissenen und zusammengetackerten Papieren, aber auch ganz präzise erarbeitete Rollagen mit einzeln ausgeschnittenen und letztlich wieder zusammengeführten Streifen.
Eine chaotische Malerei mit abstrakten Elementen zum Thema Traum, erkennbaren Pinselstrichen und dickem Farbauftrag – oder auch eine ganz filigran bemalte Leinwand mit exakten Linien und klarer Bedeutung.
Aber genau diese Spannungsfelder machen es den einzelnen Werken, untereinander aber auch miteinander, möglich zu wirken. Nur so kommt ein Werk auch richtig zur Geltung.
Im Alltag kommt die Ruhe nur durch den Stress, die Stille nur durch den Lärm und die Dunkelheit der Nacht nur durch das Sonnenlicht des Tages zur Geltung.
Obwohl wir nur ein sehr simples Thema – „Hell und Dunkel“ – haben, ist jedes Werk für sich ganz einzigartig.
Ich möchte mich zum Schluss nicht nur bei unserem Kunstkurs und unserer Kunstlehrerin Frau Fritzsch bedanken, sondern auch bei der Leitung der Vernissage, Herrn Nagler als neuer Galerieleiter und dem Kunstverein Meerane, die in diesem Jahr unsere Ausstellung ermöglichten und diese schöne Tradition fortsetzen.
Wir freuen uns, dass Sie sich heute Abend Zeit nehmen, um mit uns in diese Arbeiten einzutauchen. Vielleicht behalten Sie das Zitat von Gerhard Richter beim Durchlaufen der Vernissage im Hinterkopf. Vielleicht braucht es manchmal Gegensätze, damit etwas Wichtiges, Lebendiges zur Geltung kommt? Herzlich willkommen zur Vernissage der 12. Klasse!
Sie können gern Fragen an die Schüler über Ihre Arbeiten stellen.
